Archiv für die Kategorie ‘Mission: Freunde werden’

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Mein lieber Freund, #3

August 18, 2009

„Männer und Frauen können nicht befreundet sein“ hast du vor einigen Tagen zu mir gesagt und gelacht, weil wir gerade nebeneinander im Bett lagen. Ich glaube das ist nicht richtig, denn Männer und Frauen können sicherlich sehr wohl befreundet sein, wenn keiner von beiden Gefühle für den anderen hat.

Wie soll das mit uns beiden nur weitergehen? Vor ein paar Monaten habe ich mich gefragt, ob aus Gefühlen wohl Freundschaft werden kann. Vielleicht ist es möglich, aber nach sechs Monaten vergeht mir langsam die Lust und auch die Kraft auf den Tag zu warten, an dem es soweit ist. Ich glaube, es ist nicht möglich solange du mein bester Freund bist. Du bist mir viel zu nah, als dass ich Abstand von dir nehmen könnte.

Ich habe die Mission: Freunde werden wirklich ernst gemeint. Es war mein größtes Ziel. Aber nun stehe ich hier und frage mich, ob ich da nicht eine Mission Impossible begonnen habe. Ich habe dir ins Gesicht gesagt, dass ich noch Gefühle für dich habe und wusste, dass du das anders siehst. Ich dachte, es würde sich etwas zwischen uns ändern, wenn du das weißt. Aber unsere Freundschaft wurde nur noch intensiver.

Natürlich war es ein Fehler, als wir dann angefangen haben, auch Nächte miteinander zu verbringen. Es war vor allem mein größter Fehler. So hatte ich für eine Zeit lang genau das, was ich sonst nicht haben kann. Ich habe es beendet, weil ich wusste, dass es nicht gut ausgehen kann. Und nun steht es zwischen uns. „Ich habe immer im Hinterkopf, was die letzten Wochen so vorgefallen ist“ sagst du gestern zu mir und ich schüttele leise den Kopf. „Genau das sollte nicht passieren“, sage ich traurig und habe Angst, dass wir aus dieser Situation nun nicht mehr rauskommen. Wir haben uns selber eine Grube gegraben und ich glaube, wir sind hineingefallen.

Jetzt, wo wir „nur“ noch befreundet sind, triffst du dich wieder mit anderen Frauen. Damit habe ich gerechnet und es überrascht mich in keinster Weise. Aber wehtun tut es trotzdem. Und deshalb stelle ich mir die Frage, ob es nicht besser wäre, unsere Mission zu beenden. Es wäre nicht so leicht wie es sich vielleicht anhört. Den besten Freund aus seinem Leben zu streichen hat mit einer Menge Schmerz zu tun. Aber ist dieser Schmerz vielleicht geringer als der, den ich seit Monaten mit mir rumtrage? Jetzt gerade habe ich das Gefühl, dass es tatsächlich so ist.

Ich leide unter dem Schwebezustand. „Ich darf auch mal jammern, habe ich schließlich schon seit Wochen nicht mehr“, sagst du und „Ich hatte die letzten Wochen immer gute Laune.“ Ist dir vielleicht aufgefallen, dass du genau diese letzten Wochen mit mir verbracht hast?

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Du bist mir so wichtig, aber du bist auch meine größte Belastung. Ich bin hin- und hergerissen. Gestern war ein Tag, an dem ich mir meiner Sache sehr sicher war. Und dann haben wir abends telefoniert und ich habe das Thema, das mich momentan am meisten beschäftigt, einfach nicht angeschnitten und wir haben über andere Themen geredet. Vielleicht geht es doch? habe ich mich hinterher gefragt. Ich weiß es nicht. Gerne würde ich noch weitermachen und uns noch eine Chance geben. Eine von den vielen, die ich uns bereits gegeben habe. Aber wieso so viel Aufwand in etwas stecken, wenn man nicht weiß, ob man das Ziel jemals erreicht?

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Mein lieber Freund, #2

Juli 26, 2009

vor einem Monat habe ich geschrieben, dass ich glücklich bin, dass zwischen uns alles so entspannt ist. Dass wir nun eine tolle Freundschaft führen, die uns beiden genügt. Dass wir nun nicht mehr darauf achten müssen, wer was wie sagt und dass niemand von uns mehr von dem anderen will. Warum haben wir uns nicht bewahrt, was wir bis dahin geschaffen hatten?

Wir haben gemeinsam über den Abend gelacht, an dem du so laut geatmet hast. Es war kein Problem für uns beide. Dann kam das große Loch und die Veränderung in dir und auch zwischen uns. Bei dir ist viel vorgefallen und du hast viel nachgedacht. An allen Gedankengängen habe ich teilgenommen und du hast mir so viel erzählt. Sachen, die ich niemandem sonst weitererzählen würde. Auf einmal wurde ich deine gute Freundin. Die sofort angerufen wird, wenn irgendwas ist. Deren Meinung du hören willst. Und deren Worte dir auch noch Tage später im Kopf herumschwirren. Hier hätten wir aufhören sollen. Bis zu diesem Punkt war es optimal, fandest du nicht auch?

Dann kam der Abend an dem viele Tränen vergossen wurden, und an dem auch du noch geweint hast. Wieso bin ich an diesem Abend nicht nach Hause gegangen? Einen Tag später haben wir ein wichtiges Gespräch auf der Wiese geführt. Wir hatten beide Angst, denn es fühlte sich an wie eine große Veränderung. Fünf Tage haben wir nicht miteinander gesprochen. Doch nun merken wir beide, dass sich nichts verändert hat. Paradoxerweise ist unsere Freundschaft noch tiefer geworden seit diesem Gespräch. Was läuft bei uns falsch?

Wir haben ein Wochenende in meiner Oststadt verbracht und einen Mittwochabend bei dir. Und wir beide wissen, wie viel uns unsere Freundschaft bedeutet und wir wissen, wie weit eine Freundschaft gehen darf. Seltsam, dass wir in manchen Momenten alle Grenzen überschreiten. Ich kann dir nicht vorwerfen, dass du egoistisch handelst, denn ich kenne deine Gedanken. Du kennst meine auch. Wir sind zwei offene Bücher, die genauestens Bescheid wissen, und genau dieses Wissen trotzdem ignorieren. Ab welchem Punkt müssen wir merken, dass wir den falschen Weg eingeschlagen haben?

Im Moment komme ich recht gut mit diesem Schwebezustand klar. Aber auch nur, weil es keine Regelmäßigkeit gibt und wir immer noch die gleiche Freundschaft führen wie zuvor. Und wir können beide sehr gut über uns selber lachen. Aber dann darfst du mich nicht nachts betrunken anrufen und mir Dinge sagen, von denen ich weiß, dass du sie eigentlich nicht so meinst. Die mich wieder in alte Gedanken zurückwerfen und das, was zwischen uns ist, wieder unsicherer machen.

Ich hoffe sehr, dass wir das hinkriegen. Weil du mein Freund bist. Weil ich dich brauche und weil ich auch glaube, dass du mich brauchst. Sowas findet man nicht oft auf dieser Welt, warum versuchen wir also in regelmäßigen Abständen, es uns kaputt zu machen?

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Joghurtgemeinsamkeiten.

Juni 21, 2009

Es gab bei uns schon sehr viele Momente, in denen wir dasselbe gesagt haben. Manchmal sprichst du auch einfach nur genau das aus, was ich gerade denke. Hin und wieder doch schon ein bisschen gruselig. Und dann reden wir heute über Joghurt.

Du: „Gestern gabs leider keinen Joghurt mehr. Aber ich esse eh nur eine Sorte.“
Ich: „Ich esse auch immer nur eine Sorte.“
Du: „Pfirsich-Maracuja“
Ich: „Ich auch.“
Du: „Erdbeere esse ich nur, wenn kein Pfirsichjoghurt mehr da ist.“
Ich: „Ich auch.“

Gruselig, wie ich schon sagte.

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Mein lieber Freund,

Juni 14, 2009

jetzt sind es schon drei Monate seit wir ganz platonische Freunde sind. Und so langsam kommt die Zeit, in der ich nicht mehr ständig darüber nachdenke, wie es wäre, wenn du diese Entscheidung damals nicht getroffen hättest. Klar gibt es auch Momente, in denen die Fantasie mit mir durchgeht, aber das liegt allenfalls an deiner körperlichen Attraktivität. Davon abgesehen genieße ich diese Freundschaft mehr, als ich unsere erste Zeit genossen habe.

Ich genieße es, dass du mir Dinge anvertraust, die du sonst nur für dich behälst. Wir können reden, du sagst mir ehrlich deine Meinung und trittst mir in den Arsch, wenn ich mich nicht altersgemäß benehme. Ich stichele über dein seltsames Benehmen und teile dir mit, wenn ich Dinge, die du tust, nicht nachvollziehen kann.

Ich freue mich, wenn das Telefon klingelt und dein Name auf dem Display steht. Genauso freue ich mich, wenn ich dir wieder gegenüberstehe und dir um den Hals fallen kann. Die Position als ganz normale Freundin macht mich viel unverletzlicher. Und wenn ich sehe, was du den Mädchen um dich rum antust, bin ich ganz froh, dass meine Stellung mehr oder weniger unantastbar ist.

Inzwischen müssen wir beide nicht mehr ständig vorsichtig sein, wie ein Satz oder eine Berührung rüberkommt. „Ich würde dir mal gönnen, wenn dir eine mal einen Korb geben würde“, habe ich vorhin gesagt. „Ich würde niemals Ja sagen.“
„Geküsst hast du mich trotzdem“, sagst du darauf und wir beide lachen. Und auch über die Sache vor zwei Wochen können wir lachen. Und das ist wohl ein ganz deutliches Zeichen, dass es zwischen uns wohl entspannter nicht sein könnte. Und wenn du heute Abend eine wichtige Entscheidung treffen solltest, dann denke ich an dich. „Vielleicht rufe ich dich danach noch mal an, hm?“ hast du noch gesagt. Aber selbst wenn du das nicht tust, ist alles in Ordnung. Mit mir. Mit dir. Mit uns. Und ich bin froh, dass es nach der langen Zeit der Tränen und der Streits endlich so ist.

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Das Leben ist eine Soap.

Juni 3, 2009

Hin und wieder habe ich das Gefühl, Teil einer Soap zu sein. Ich kann leider noch nicht so genau sagen, ob es eine gute oder schlechte ist.

Was bisher geschah:
Sie küssten sich. Sie ließen das Küssen bleiben. Sie küssten sich wieder. Sie ließen das Küssen bleiben. Dann aber auf Dauer. Dann stritten sie sich. Dann lagen sie sich wieder in den Armen. Dann führten sie lange Telefongespräche. Dann saßen sie im Auto und unterhielten sich. Dann tanzten sie in den Mai und alles war wieder gut. Dann führten sie böse Chat-Gespräche. Dann führten sie böse Streitgespräche in irgendwelchen Diskodurchgängen. Dann führten sie wieder lange Telefongespräche. Gingen zusammen tanzen. Fuhren auf eine Burg. Gingen wieder zusammen tanzen. Und schliefen zusammen ein.

Wir sind die beiden Hauptdarsteller in dieser Soap. Du wärst der perfekte Kandidat für die Rolle des Mädchenschwarms. Du könntest auf Postern in Mädchenzimmern hängen und viele Autogramme verteilen. Aber da ich genauso ein Drehbuchautor unserer Soap bin wie du, bist du genau das Gegenteil. Du bist der böse Joe Gerner in diesem Spiel. Aber ich gebe deiner Figur Raum zur Weiterentwicklung.

Wie wird es weitergehen?

Und was die Nebendarsteller für seltsame Sachen machen, wird hier mal ganz dreist unterschlagen. Die sind alle nicht ganz dicht, die Darsteller dieser Soap :)

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Auf mein Nein kannst du zählen.

Mai 31, 2009

Ich bin so eine gute und konsequente beste Freundin. Meine Fresse.

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Utopische Utopie.

Mai 21, 2009

Dass es zwischen uns einfach vollkommen entspannt und angenehm ist, ist wohl eine utopische Vorstellung. Jedenfalls wenn man sich die gestrige Szene vor Augen hält. Wir stehen zu zweit im Gang, du schaust mich an wie ein bedröppelter Hund und ich fuchtele wie ein kleiner Zwerg vor dir mit den Armen und stampfe vor Wut auf den Boden und lasse dich in meinem Wortschwall untergehen. Wie gesagt, eine Utopie.

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Nicht immer die Hoffnung aufgeben.

Mai 18, 2009

Okay, jetzt habe ich doch geheult. Aber vor Erleichterung. Weil du doch geantwortet hast. 5 Sätze auf eine 2 Seiten Email. Aber du bist ein Mann. Und deswegen ist das okay.

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Vom kleinen Herzen.

Mai 15, 2009

„Warum bist du so traurig?“, fragt sie das kleine pochende Herz leise. Das kleine Herz zuckt mit den Schultern. Viele kleine Tränen laufen unaufhörlich an seinen vielen Muskelfasern hinunter. Ja, warum ist es eigentlich so traurig? „Schau mal, kleines Herz“, flüstert sie leise, „du hast doch so viele Gründe glücklich zu sein. Du hast so wunderbare Freunde, die immer für dich da sind. Du wohnst in zwei schönen Städten. Stell dir mal vor, du würdest in Braunschweig wohnen, na das wäre vielleicht ein Grund zu weinen! Und nun weißt du auch endlich, was du wirklich studieren möchtest und hast ein Ziel. Na, was sagst du, kleines Herz? Sind das nicht viele schöne Gründe zum Glücklichsein? Und außerdem kannst du Flirten und hast dir ein paar Jungs angelacht. Doof bist du also schon mal gar nicht, kleines Herz. Ach komm schon, warum hörst du denn nicht auf zu weinen?“
„Ich habe ein kleines Stück von mir verschenkt“, sagt das kleine Herz und verschluckt sich fast an den vielen Tränen. „Aber das ist doch toll“, sagt sie und streichelt das kleine Herz vorsichtig. „Nicht jeder findet andere Herzen, denen er einen Teil von sich schenken möchte. Siehst du, wieder ein Grund zum Freuen!“
„Ja“, seufzt das kleine Herz, „wenn ich weiß, dass das Stück gut aufgehoben ist, bin ich glücklich. Aber in manchen Momenten, so wie jetzt, da frage ich mich, ob ich es nicht umsonst verschenkt habe. Wenn es umsonst verschenkt wurde, habe ich es verloren. Dann fehlt ein Teil von mir. Er ist einfach weg. Und das tut manchmal unendlich weh.“

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Mach nur.

Mai 15, 2009

Wir haben heute Freitag. Freitag wolltest du vorbeikommen. Wenn du mir heute sagst, dass du nicht kommst, bin ich sauer. Und wenn du mir heute sagst, dass du kommst, bin ich ebenfalls sauer. Aber du wirst schon wissen, was du tust.