
[aus: Mängelexemplar (Sarah Kuttner)]

.. wenn ich durch die Tür stolpere und einen blauen Paketschein auf der Kommode liegen sehe. Und dann geht man runter und hält kurz darauf tatsächlich ein Paket in der Hand. Mit einem großartigen Geschenk, mit dem man nicht gerechnet hat. Vielen vielen Dank.
.. wenn du sagst, „du weißt, egal was du tust, ich stehe immer hinter dir. Das habe ich dir schon so oft gesagt und es wird auch so bleiben“. Danke.
.. wenn mein Leben ein selbstgestaltetes Chaos ist, das sich immer weiter verrennt und du mich machen lässt. Wenn du mir sagst, dass es eigentlich nicht in Ordnung ist, aber du auch sagst, dass du mich verstehen kannst. Danke.
.. wenn ich drei Stunden am Tag mit dir telefonieren kann und nie schweigen muss. Danke.
.. wenn ich einfach so anrufe, aber du eigentlich keine Zeit hast, dich aber trotzdem auf eine Cola und Pizzabrötchen in der Stadt mit mir triffst, weil ich schlechte Laune habe und dir sagen möchte, was mir gerade auf dem Herzen liegt. Danke.
.. wenn ich sage, ich ziehe aus unserer WG aus, und du mich trotzdem noch in deinen Heimatort einlädst. Und dich trotz allem ein bisschen für mich freust, weil ich einen neuen Weg gehe. Danke.
.. wenn ich an dich denke und du mich anrufst. Danke.

Es gibt Menschen auf dieser Welt, die verändern einen so nachhaltig und dringen so tief in dein Leben ein, dass du das Gefühl hast, du könntest nicht mehr ohne sie leben. Einer von diesen Menschen ist die beste Beste.
Du bist der Mensch, dem ich bedingungslos vertraue. Für den ich meine Hand ins Feuer lege und auch Brandwunden in Kauf nehmen würde. Auf den ich nicht mehr verzichten möchte. In meinem ganzen Leben nicht.
Weißt du noch? Ganz damals, als wir noch so klein waren und die größten Probleme die noch nicht getauschten Diddl-Blätter waren oder das Englischreferat am nächsten Tag? Du hast immer so schnell geredet und genuschelt, dass ich dich nie verstanden habe. Ein bisschen komisch fand ich dich ja schon. Aber du mochtest mich ja auch nicht. Und jetzt schau uns heute an – keiner kann mehr ohne den anderen.
Du weißt alles über mich. Du kennst mich besser als ich mich manchmal selber kenne. Du weißt, was du an den richtigen Stellen sagen musst und wann du besser die Klappe hälst. Auch wenn ich wissend in mein Verderben renne, bist du still und fängst mich auf, wenn ich am Ende doch falle. Obwohl du es besser wusstest.
Du hörst dir jeden Tag (jeden verdammten Tag) immer wieder die gleichen Geschichten an. Sie müssen dich langweilen, ich weiß es. Und ein bisschen nerven. Und trotzdem sagst du nichts. Du bist still und lässt mich erzählen. Und wenn es das 80. Mal ist, dass ich mich über dieselbe Geschichte aufrege. Ich glaube, es ist dir herzlich egal, aber trotzdem darf ich reden und reden und reden. Und du stoppst mich nicht.
Es gibt diesen Spruch, dass Freundschaft eine Seele in zwei Körpern ist. Und manchmal glaube ich, dass es bei uns tatsächlich so ist. Wir sind in vielerlei Hinsicht verschieden, aber wir ergänzen uns perfekt. Wir sind aufeinander eingespielt und stoppen kann uns ganz sicherlich keiner. Zusammen rennen wir gegen jede Wand. Und ich glaube, die Wand würde lieber von alleine weichen, als uns beide zu spüren.
Ich bin Du. Und du bist Ich. Und das macht uns beide so besonders. Ich weiß alles, was du mir sagst. Und das, was du mir nicht sagst, weiß ich auch. Wir sind so tief miteinander verbunden, dass viel passieren muss, bis wir auseinanderreißen. Deswegen können wir uns auch entspannt streiten. Weil wir beide wissen, dass ein Weltuntergang noch weit entfernt ist.
Ich kann fallen. Weil ich weiß, du fängst mich auf. Und dafür danke ich dir. Weil wir zusammen hoch springen, aber auch auf dem Boden aufkommen. Und auch wenn das Leben viele Wirren und Wege bringt, mit denen wir nicht rechnen, so hoffe ich doch, dass ich später mal neben dir mit grauen Haaren im Schaukelstuhl sitzen werde. Dass wir uns nachmittags zum Kaffee und Kuchen treffen, über unsere doofen Ehemänner und Kinder lästern werden und dann einen Spaziergang machen. So wie als wir noch jung waren. So wie jetzt.
Du bist ein Teil von mir. Und wirst es immer bleiben. Wir beide. :)

Ich lese gerade ein wirklich gutes Buch. Ein Buch, das Spaß macht und das ich wirklich gerne lese. Aber je näher ich dem Ende komme, desto langsamer möchte ich lesen. Um Zeit zu gewinnen. Es ist das Ende einer Reihe. Danach wird es nicht weitergehen. Es ist ein ähnliches Gefühl wie bei dem letzten Harry Potter-Band. Man möchte gerne wissen, wie alles zu Ende geht. Man möchte alles aufgelöst haben. Aber gleichzeitig weiß man schon während des Lesens, dass es bald vorbei sein wird. Und man wird traurig. Einfach, weil man so an die Figuren gewöhnt ist, weil sie schon fast teil von einem geworden sind. Weil es so viel Spaß macht, einfach nur für kurze Zeit in dieser Welt zu leben, sie real werden zu lassen. Zumindest im Kopf. Und so sitze ich hier, noch 150 Seiten bis zum Ende. Zum EndeEnde. Und ich traue mich nicht weiterzulesen.


Es gibt keine, aber auch wirklich keine Worte, die beschreiben könnten, wie das so ist. Wenn man die Zeitung aufschlägt und seinen Namen vor einem Artikel stehen sieht. Stolz und Freude kommen nicht an das Gefühl ran, das einen übermannt, wenn man den eigenen Text abgedruckt sieht. Ich möchte mehr davon, definitiv.


Sarah und Marc crazy in Love.
Bei Selbstvermarktung, verzogenen Kindern, Selbstdarstellung und Lächerlichkeiten bin ich doch immer mit dabei. Seichte Unterhaltung. Der Platz vor dem Fernseher ist für die nächsten acht Donnerstage reserviert.