„Wooow, stop wartet mal!“, will sie schreien und hofft, dass die Welt für eine Sekunde anhält. Doch es dreht sich alles weiter wie bisher. Und weiter. Und weiter. Und weiter. Wer soll da mit dem Kopf noch hinterher kommen?
Es gibt so Momente, da weiß man, dass man gerade Entscheidungen fürs Leben trifft. Ich persönlich finde Entscheidungen treffen alles andere als schön und überlasse diese unangenehme Angelegenheit gerne anderen Menschen. Aber das Schicksal lässt sich nicht austricksen. Das einzige, was ich von Anfang an wusste war, dass ich den Studiengang wechseln möchte. Also habe ich einen Eignungstest für den neuen Studiengang in der altbewährten Oststadt gemacht und wurde tatsächlich angenommen. Ich war auch schon offiziell eingeschrieben, als dann plötzlich die Zulassung aus der Nähe meiner geliebten H-Stadt kam. Tja, was macht man nur in so einer Situation? Ich habe Tage und Nächte damit verbracht, habe abgewogen, habe Gefühle sprechen lassen, habe Gefühle unterdrückt, habe mit Menschen geredet, habe gerechnet, habe nicht geweint, aber hätte es gerne getan und dann schlussendlich entschieden: Ich ziehe um.
Die nächsten Monate sind voll gepackt mit Geldbeschaffungsmaßnahmen, Nachmietersuche, Exmatrikulation, Immatrikulation, Wohnungssuche, Zimmerstreichung, Umzug. Ach und Geburtstag habe ich auch bald. Klingt für mich alles nicht so prickelnd und wenn ich es mir wirklich bewusst mache, was alles zu erledigen ist und was noch schief gehen kann, dann möchte ich mich am liebsten an jemanden anlehnen und einfach losweinen. Ich habe große Angst, dass es die falsche Entscheidung war, dass ich es bereuen werde und das alles nicht klappt. Die Angst überkommt mich allerdings nur in den Momenten, in denen ich es zulasse. Und das ist relativ selten.
Und außerdem hat das ganze auch etwas sehr Positives: Ich kann zurück in meine geliebte H-Stadt. Die tief in meinem Herz steckt und vielleicht ist es genau das Richtige, wieder zurück hierher zu kommen. Hier fühle ich mich wohl und hier bin ich zuhause. „Du bist einfach tief verwurzelt mit deiner Stadt und deinen Leuten, ich verstehe, dass du zurück möchtest“, sagte heute auch schon meine Mitbewohnerin. Mal schauen, wie es weitergeht. Langweilig wird es hier jedenfalls nie. Und zu den anderen Herzensangelegenheiten, die leider auch noch nicht einfacher geworden sind, kommen wir ein ander Mal.



