Archiv für die Kategorie ‘Gefühlt’

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Und dann packt uns das Leben.

13. März 2009

Es gibt Menschen, die sitzen zuhause oder vielleicht auch draußen auf einer Parkbank und warten darauf, dass das Leben sie packt und mitzieht. Sie sitzen da und warten einfach. Und dabei merken sie nicht, dass sie an einer Bushaltestelle sitzen, an der schon lange kein Bus mehr vorbeikommt.

Niemand kann erwarten, dass das Leben einfach so passiert. Dass es auf sie herabprasselt und im besten Falle auch noch glücklich macht. Oder das jemand vorbeikommt und das für sie übernimmt. Und manche merken vielleicht auch gar nicht, dass ihnen etwas entgeht, wenn sie so auf der Parkbank dasitzen und nichts tun.

Denn es sind nicht diese Momente auf der Parkbank oder im Wartezustand, an die wir uns ein Leben lang erinnern werden. Es sind all die Momente daneben. Nicht der Weg zur Arbeit und nicht die täglichen Treppen, die wir steigen müssen. Sondern all das, was außerhalb dessen passiert. Das, was all die Menschen nicht erleben, die sitzen bleiben.

Erinnerungen sind, wenn ich um halb eins in der Nacht mit meiner Mitbewohnerin in die Küche stürze und wir beide feststellen, dass wir eine heimliche Leidenschaft für Gewürze teilen. Wenn wir dann aufspringen, alle Gewürze zusammensuchen und sie dann farbig und nach Größe sortiert in der Küche aufbauen. Und uns dabei gegenseitig auslachen.

Wenn ich um 5 Uhr morgens Hand in Hand mit jemandem wie irre durch den Bahnhof rennen kann, weil wir nicht auf die Striche auf dem Boden treten dürfen.

Wenn ich ohne Grund jemanden vor dem Bahnhof anlache, ihn spontan mit in die Disko einlade und mich dann ohne diese Person zu kennen vier Stunden lang mit ihr unterhalte. Und dabei das beste Gespräch seit langem führe.

All das sind die Momente, die das Leben ausmachen. Für mich zumindest. Es sind die kleinen glitzernden Momente, die wir nicht vergessen werden. Die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Oder in nostalgischen Momenten vielleicht auch eine Träne über unser Gesicht laufen lassen. Das ist das Leben. Und das kommt nicht einfach so. Wenn man auf seinem Hocker sitzt und wartet, wird einen nie etwas herunterreißen. Man muss erkennen, dass man aufstehen muss. Die nächsten Schritte werden von alleine kommen.

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Hot and cold.

8. März 2009

And you always think
Always speak cryptically
I should know
That you’re no good for me

‘Cause you’re hot then you’re cold
You’re yes then you’re no
You’re in and you’re out
You’re up and you’re down
You’re wrong when it’s right
It’s black and it’s white
We fight, we break up
We kiss, we make up

[Katy Perry, Hot N Cold]

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Zur Zeit.

24. Februar 2009

Manchmal, da passiert jeden Tag so viel Neues. Ich hätte so viel zu erzählen. Aber wenn ich dann filtere und filtere, was hierhin gehört und was nicht, dann bleibt leider nicht mehr viel übrig. Bis auf: Ich hab ne wahnsinnig gute Zeit. Ich fühl mich gut. Es könnt nicht besser sein.

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Bitte geh einfach.

28. Januar 2009

Es ist ja nicht so, als hätte ich es nicht versucht.

Ich habe die Handynummer gelöscht. Und die Nachrichten. Und den Zettel in meinem Portemonnaie weggeschmissen. Und die Pommes aufgegessen. Und das Anrufregister gelöscht. Und alle Lieder nochmal gehört, damit das Zuletzt-gespielt-Datum sich ändert. Und die SMS gelöscht. Aber dann komme ich in das Restaurant hier unten, und sehe den Tisch. Und ich sehe den Bewertungsbogen. Und dann sitze ich in der Kneipe. Und sehe die Kerzen in der Flasche. Und das Westminster, das du aufgegessen hast. Und die Tische. Und die Stühle. Und dann bist du wieder da. Weil ich noch so viel löschen kann, wie ich will. Erinnerungen bleiben. Das, was nicht wurde, ist nicht das, was weh tut. Sondern das, was war und jetzt nicht mehr ist. Das fehlt. Und dieses Gefühl kann ich nicht wegwerfen. Ich habe es versucht, aber es kommt immer wieder. Gerade jetzt war es nur ganz unscheinbar in einer kleinen Ecke, viele große Sachen standen davor und haben es verdeckt. Aber dann holen einen Speisekarten und Kerzen aus der Realität zurück in die Erinnerung.

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Move on now.

12. Januar 2009

Es finden Leute, die nach schrecklichen Momenten 2008 suchen, auf meinen Blog. Das sagt doch schon alles, oder?

Nach den bizarren Geschehnissen des heutigen Tages weiß ich inzwischen nicht mehr, ob ich mich jetzt gut fühle oder schlecht fühle. Wenn man plötzlich über dritte wieder mit einer Person redet – die davon aber nichts weiß – mit der man eigentlich nie wieder ein Wort sprechen wollte. Auf einmal fühlt man sich zurückversetzt. Und weiß für einen Moment wieder, warum man so gelitten hat. Und jetzt besteht die Gefahr, wieder in diesen Gedanken hineinzurutschen.

Nachdem ausschweifend über die achsogeile Freundin geredet wurde, kam tatsächlich die Frage nach mir auf. Verblüffend, auch wenn ich nicht mit Namen angesprochen wurde. Da hat wohl jemand ein schlechtes Gewissen. Das ich jetzt noch vergrößert habe. Denn ich bin nicht so scheiße, wie manche Leute es verdient hätten. Aber nunja. Es ist echt besser so und Sie sieht ja gut aus und findet sicher ihr passendes Gegenstück sind dann trotzdem Sätze, die ich nicht hören möchte. Das ist lächerlich und albern. Und feige. UND SCHEISSE! Weil ich ein mehr oder weniger passendes Gegenstück gefunden hatte. Zumindest glaubte ich das zu dem Zeitpunkt. Heute weiß ich auch, dass das nicht so ist und das es sinnlos gewesen wäre. Ich weiß es – aber den Beweis habe ich nicht. Und deswegen vergleiche ich jeden beschissenen Menschen, den ich kennen lerne. Jeden. Und ich hoffe, das hört in naher Zukunft mal auf. Denn sonst wird das schwer mit dem besser so sein.

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Lass mich gehen.

4. Januar 2009

I’m trying not to think about you
Can’t you just let me be?
I should’ve known you’d bring me heartache
Almost lovers always do

I cannot drive the streets at night
I cannot wake up in the morning
Without you on my mind
So you’re gone and I’m haunted
And I bet you are just fine

Did I make it that easy
To walk right in and out of my life?

[A Fine Frenzy, Almost Lover]

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Wenn 2008 nicht gewesen wäre, wüsste ich nicht..

30. Dezember 2008

… wie hartnäckig manche Menschen sein können.
… dass es Menschen gibt, die einen größeren Schaden haben als ich.
… dass es auch anderswo schön sein kann, als zuhause.
… dass die beste Beste einfach die Beste ist.
… dass mein Englisch wirklich ganz okay ist.
… wie anpassungsfähig ich bin.
… dass es immer noch Ossi-Vorurteile gibt.
… dass Kate diejenige mit den Handschellen war.
… wie ich mit ein bisschen mehr Geld umzugehen habe.
… dass ich in der Lage bin, schnell neue Kontakte zu knüpfen.
… wie schnell aus Kontakten Freundschaften entstehen können.
… dass ich eine Menge alleine kann.
… wie gut Subway eigentlich schmeckt.
… wie das so ist, wenn man Medizin studiert.
… dass die kleinsten Entscheidungen die größten Veränderungen bringen.
… dass ich auch mit anderen Menschen zusammenwohnen kann.
… dass mich zwei Ouzo schon umhauen.
… das Essen zuhause zu schätzen.
… wie man einen Zweitwohnsitz einrichtet.
… wo ein Dorf mit einem Alphabetsendbuchstaben liegt.
… wie langweilig Zugfahrten sein können.
… wie furchtbar Smalltalk sein kann.
… wie gut es manchmal ist, wenn man nüchtern bleibt.
… dass man seine Handynummer manchmal besser für sich behält.
… wie schreckhaft ich bin.
… dass ich sehr direkte Menschen nicht mag.
… Männer mit Polohemden nichts für mich sind. Okay, das wüsste ich auch so.
… dass alles schon irgendwie klappt.
… dass man sich an sächselnde Menschen gewöhnen kann.
… dass das Leben nur aus Zufällen besteht.

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Honestly ok.

11. Dezember 2008

Das wird das letzte Mal sein, dass ich über dich schreibe. Denn mehr Worte hast du nicht verdient.

Gestern noch wollte ich dir gerne eine lange Email schreiben. Es gab so viel, das ich dir noch sagen wollte. Ich wollte dir sagen, dass du mich ungerecht behandelt hast. Dass ich dich nicht mehr verstehe. Und dass du nicht mehr der bist, den ich vor vier Wochen kennen gelernt habe. Ich wollte dir all das sagen, weil ich dich nicht verstanden habe. Und weil du nicht ohne böse Worte von meiner Seite in Ruhe gelassen werden solltest. Einfach so hast du mich aus dem Korb des Heißluftballons geworfen. Ich habe es nicht geahnt. Denn ich hätte gerne gewusst, wie viele Schritte Anlauf du genommen hast.

Vier Wochen. Aus heutiger Sicht Zeitverschwendung. Aber du hast mich glücklich gemacht. Und das habe ich dir auch gesagt. Ich habe dir so viel von mir erzählt, so viel mit dir gelacht. Dir so viel von mir gegeben. Natürlich war ich erschüttert, als du das auf einmal nicht mehr wolltest. Auf einmal warst du nicht mehr der Mensch, mit dem ich vier Wochen meines Lebens verbracht habe. Du warst ein völlig anderer. Und bist es jetzt immer noch. Ich konnte dich nicht verstehen und vielleicht wollte ich es auch nicht. Ich war wütend, dass du mich so traurig machen konntest. 

Du hast jemand anderes kennen gelernt, und dafür verurteile ich dich nicht. Niemand kann seine Gefühle beeinflussen. Ich wollte nicht mit dir reden, um etwas an der jetzigen Situation zu ändern. Du kannst tun, was du willst. Und ich hätte dich auch gelassen. Ich wollte mit dir reden, weil du nicht ehrlich zu mir warst und zu feige, um mir die Wahrheit zu sagen.

Aber nachdem du es nicht mal schaffst, mir ehrlich zu sagen, dass du keinen Kontakt möchtest, weiß ich, dass du meine Worte nicht mehr verdient hast. Du sagst mir, dass wir in Kontakt bleiben können und löscht mich dann aus deiner Freundesliste? Wie feige du bist. Wie armselig und feige. Nur damit ich nicht sehen kann, dass du nun vergeben bist. Und dass du einen Tag, nachdem du das letzte Mal mit mir gesprochen hast, jemand anderes kennen gelernt hast. Du hast es noch nicht einmal geschafft, mir das ins Gesicht zu sagen. Sogar als du mir am Telefon gesagt hast, dass du mich am Wochenende nicht besuchen kommst, hast du mich belogen. Du bist der größte Feigling, den ich kenne. Und ich bin froh, dass du dir jetzt jemand anderes gesucht hast. Denn so einen Menschen wie dich habe ich nicht verdient.

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Der tiefe Fall.

10. Dezember 2008

Weißt du, was unfair war? Die Art, wie du mich behandelt hast.

Wir sind zusammen in einen kleinen Heißluftballon gestiegen. Erst waren wir noch ein paar Tage am Boden. Aber du hast mir Hoffnungen gemacht. Hoffnung, dass wir vielleicht mal am höchsten Punkt dort oben ankommen. Also stiegen wir auf. Die Hoffnung trieb uns nach oben. Richtig, nicht nur mich alleine. Du warst auch drin im Korb. Immer höher und höher trieben wir in den vielen Wochen.

Und dann hast du mir einen Stoß versetzt und ich bin aus dem Korb gefallen. Wir waren noch nicht am höchsten Punkt, aber wir waren hoch genug, um tief fallen zu können. Und während du weiter vor dich hinfliegst, mich aus der Entfernung wahrscheinlich nicht einmal mehr siehst, bin ich inzwischen auf dem harten Boden aufgeprallt. Und warte jetzt darauf, dass die Schmerzen nachlassen.

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Das Leben und so.

30. November 2008

„Großartig“, sage ich, wenn mich jemand fragt, wie mein Leben als Studentin in der neuen Stadt so ist. Und das ist es tatsächlich.

Ich hatte so viele Zweifel. So viele Ängste.

Kann ich alleine in eine fremde Stadt ziehen? Ohne meine Freunde. Ohne meine Familie. Ja, ich kann es. Ich bin allein in eine Großstadt gegangen und habe mir die panische Angst, die ich wochenlang in mir trug, nicht anmerken lassen. Es ist nicht einfach, wenn man wirklich niemanden kennt.Und ich hätte von mir selbst nicht gedacht, dass ich so schnell Anschluss finden würde.

Ob ich das Richtige studiere, frage ich mich hin und wieder immer noch. Nicht, weil mir mein Studiengang nicht gefällt, sondern bloß aus dem untrüblichen Gefühl, dass da draußen noch etwas Besseres auf mich wartet. Aber wer weiß das schon. Das einzige, was ich weiß – was ich wirklich weiß – ist, dass ich in die richtige Stadt gegangen bin. Es ist wunderbar. In jeder Hinsicht. Immer wieder, wenn ich hier ankomme, überkommt mich ein heimatliches Gefühl. Auch wenn ich erst seit kurzem hier lebe. Hier fühle ich mich wohl und hier möchte ich leben. Einfach großartig.