
Von Männern. Und Gefühlen.
November 10, 2009Ich denke eingehend darüber nach, mich einfach nicht mehr zu verlieben. Das würde viele Dinge erleichtern, merke ich gerade. Ich hätte einen Haufen Probleme weniger. Zwar hätte ich auch nicht das, was ich will, aber das habe ich so ja auch nicht. Und als Bonus dazu habe ich noch einen Haufen Ärger. Mal ehrlich.. was davon lohnt sich mehr?
Bevor jemand altklug einschreitet und mir erzählt, dass man sich immer dann verliebt, wenn man es am wenigsten erwartet und dass man ja sowieso nichts dagegen machen kann.. danke, das weiß ich selber. Aber das Blöde an Gefühlen ist das Loskommen hinterher. Vor allem bei unglücklicher Verliebtheit oder nach einer Trennung, die man selbst nicht wollte.
Manchmal liege ich in meinem Bett und stelle mir vor, wie es ist, mit einem anderen Mann als mit dem, den ich mal toll fand, zusammenzuliegen. Kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich bei jemand anderem auf diesem Planeten so wohl fühle. Dass ich jemand anderem so viel von mir erzählen möchte. Dass ich von jemand anderem so gerne in den Arm genommen werde. Und dass ich das Lachen von jemand anderem genauso gerne höre. Alles unvorstellbar momentan. Denn auch wenn ich mich tierisch über diesen Mann aufrege und ihn die meiste Zeit über eigentlich gekonnt ignoriere und langsam merke, wie er Schritt für Schritt (kleine Schritte, sehr kleine Schritte, aber immerhin Schritte!) an Wichtigkeit verliert, so vermisse ich ihn in manchen Momenten doch. Als besten Freund, der mir sehr nahe war.
Ich weiß, dass all sowas vergeht. Dass irgendwann jemand um die Ecke kommt (sagt mir zumindest der Blick in meine Kristallkugel), der mich noch mehr umhaut und bei dem ich über dieses Geschreibsel nur lachen kann. Deswegen glaube ich auch nicht, dass Gefühle, die man für jemanden hat, einen davon abhalten, jemand anders auch toll zu finden. Denn auch wenn der gute Mann mir egal wäre, würde ich den Kerl, der mich bei der Arbeit im Supermarkt angesprochen hat und mit dem ich nun essen gehen werde, nicht toller finden. Und auch den Typ, der mir laufend Chatnachrichten schreibt und mich daran erinnert, dass ich ihn ja mal richtig kennen lernen wollte, würde ich nicht umwerfender finden. Natürlich vergleiche ich in solchen Momenten und danach habe ich noch weniger Lust sie zu treffen, aber ich bin mir sicher, dass es auch ohne Vergleich nicht anders wäre. Was will ich eigentlich sagen? Irgendwie verfehle ich den Kern meiner Gedanken. Gab es überhaupt einen? Man weiß es nicht. Anstrengend ist es jedenfalls, dieser ganze Blödsinn mit den Gefühlen. Anstrengend und sinnlos. Fertig.
Tja. Du hast recht. Recht recht und nochmals recht. Aber das gute daran ist: du hast in ALLEM recht.
Das vergeht. Ich brauchte über ein Jahr. Aber es ist soweit.