Dann fange ich doch gleich mal an mit AUSRASTEN! Man stelle sich mal vor, man ist in einer verzwickten Situation. Der beste Freund, von dem man mal mehr wollte, der hat jetzt was mit einer ehemaligen guten Freundin, die wusste, dass man mehr von ihm wollte. Huiuiui, da ist man aber ganz schön sauer. Auf beide wohlgemerkt. Dann lässt man den beiden ihre Zeit. Klärt erst mit der einen Person, dass man sie nie wieder sehen möchte und überlegt sich, wie man mit der anderen Person umgeht. Der Person, von der man mal mehr wollte und die einem irgendwie wichtig ist. Und man denkt sich so, mal schauen, vielleicht kriegen wir das noch irgendwie hin. Aber erstmal muss ich komplett ausrasten und dir mal so einige Dinge an den Kopf werfen.
Zum Beispiel möchte ich sagen, dass ich ne ziemlich anstrengende Freundschaft mit einem ziemlich anstrengenden Menschen geführt habe. Mit einem Mann, der nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Der nach dem Lust-Prinzip gelebt hat, obwohl er gleichzeitig gemerkt hat, dass es ins Leere führt. Alle Phasen habe ich mitgemacht. Die Guten. Die Schlechten. Und die ganz ganz Schlechten. Ich war Halt, Unterstützung und seelische Hilfe in einem. Und dann kommt am Ende so eine Scheiße um die Ecke?? Das muss doch nicht sein, oder? Enttäuschend ist sowas. Vor allem, wenn man es nicht erwartet hat. Das ist die Kurzfassung von dem, was ich loswerden möchte.
Da wartet man also den lieben langen Tag bis man endlich mal Klartext reden kann, und dann wird der Mann krank! Und nicht nur irgendein Scheißschnupfen legt ihn flach, sondern eine Krankheit. Eine richtige, beschissene Krankheit, die nicht einfach so von einem Tag auf den nächsten verschwindet. Und dann muss man überlegen, was jetzt wichtiger ist. All die unausgesprochenen Gedanken oder der kranke Mensch. Zuerst schwankt man zwischen beidem. Denn jemand kann noch so krank sein.. hat er das Mitleid überhaupt verdient? Das war die Frage. Aber inzwischen merkt man dann doch, dass es keine Larifari-Krankheit ist. Und man macht sich nur noch Sorgen. Wie geht das alles weiter? Wird man überhaupt noch gebraucht als Unterstützung, oder hat das nun jemand anders übernommen? Wie lange dauert es, bis er wieder gesund wird? Und sehen wir uns überhaupt noch wieder, wenn er in einem Krankenhaus in einer anderen Stadt liegt? Alles so Dinge, die einen belasten können. Und es ist sehr schmerzhaft, nichts tun zu können und einfach nur abzuwarten.
Nächstes Problem: Heute steht ne Klausur an. Eine, in der man mindestens 50% der Aufgaben richtig beantworten muss, um durchzukommen. Kann mir wer erklären, wie man vernünftig lernen soll, wenn man in Gedanken bei kranken Menschen ist und sich verfickte Sorgen macht? Und wenn ich da durchfalle, habe ich noch weniger Seminare. Dann kann ich das auch gleich lassen mit dem Studieren. Was ich übrigens sowieso ganz gerne tun würde. Ich studiere nämlich immer noch das Falsche habe ich das Gefühl. Und das ist wirklich überhaupt kein gutes Gefühl. Aber was macht man da bloß? Zum zweiten Mal abbrechen? Wie sieht das denn aus? Und sowieso: Was mache ich danach? Zum dritten Mal das Falsche? Gibt es überhaupt etwas Richtiges? Und wenn ja, wo bleibt es nur?
Achso! Und die Krönung zum Schluss: Die haben mich in diesem dämlichen Supermarkt an die Wurst- und Käsetheke versetzt. Dabei war ich sehr gut an der Kasse. War ich wirklich! Und ich wollte nicht an diese blöde Theke. Weil ich keinen Käse esse. Und weil ich keine Freude daran finde, Wurst in Scheiben zu schneiden. Und weil ich auf die Frage „Was sind das da für Stückchen in der Wurst?!“ keine Antwort weiß. Ich habe jedes verdammte Mal gesagt, dass ich es furchtbar finde. Ich habe mich beschwert. Jedes einzelne Mal. Jedes! Ich habe gesagt, dass es bitte jemand anders machen soll. Und immer wieder wurde ich dahingestellt. Und jetzt wird gesagt: Jo, jetzt bist du angelernt, jetzt lohnt es sich nicht mehr, jemand anders dafür zu suchen. Hallo?? Habt ihr irgendwie einen Schaden oder was ist da los? Wenn ich kein Pazifist wäre (ach Gott, jetzt musste ich fast selber lachen), würde ich mit den blöden Broten (ach ja, der Backshop gehört auch mir) mal ein paar Leuten auf den Hinterkopf hauen. Aber richtig kräftig. Vielleicht interessiert es sie dann irgendwann mal, was die kleine Aushilfe da so vor sich hinjammert.
Nun gut. Ich muss jetzt erstmal diese Klausur in den Sand setzen. Adieu!