
Ein Spiel.
22. Oktober 2009Der Steuerkurs wurde nun gesetzt. Von anderen, nicht von mir. Und es geht gegen Ende, vielleicht sogar gegen ein sehr böses Ende. Aber scheinbar bin ich die einzige, die das überhaupt wahrnimmt. Wahrscheinlich bin ich dann auch noch diejenige, die übertreibt und es dazu bringt. Andere Menschen sehen Dinge ja grundsätzlich viel einfacher. Und ziehen sich dann auch einfach aus der Verantwortung. Ich bin ja schließlich Schuld. An allem. Was bin ich nur für ein böses, gemeines Ding. Ist ja kaum zu fassen.
Ich lasse mich nicht kontrollieren und ich lasse niemanden irgendwelche Machtspielchen spielen. Von mir wird nun erwartet, dass ich mich an die Regeln halte und brav mitspiele. Wenn der Spielleiter dies möchte, wird dies gemacht und wenn der Spielleiter das möchte, wird das gemacht. Ich glaube, dieser Spielleiter stellt das sich das ganze Spiel sehr viel einfacher vor, als es wirklich ist. Zumindest wenn man nicht mit kleinen bunten Figuren spielt, sondern mit einem Menschen. Vielleicht sehe ich aber auch schon aus wie eine kleine Figur, die den eigenen Willen verloren hat, weil sie genau das leider schon viel zu oft unter Beweis gestellt hat. Dann ist es auch kein Wunder, wenn alle erwarten, dass ich mitspielen werde. Es wird schmerzhaft, aber ich sehe nicht ein, einfach anderen den Posten des Spielleiters zu überlassen, nur weil sie in dem einen Moment meinen, sie möchten es sein. So funktioniert das nicht. Denn wir sollten ein Spiel ohne Spielleiter spielen. Das ist die Regel. Und solange es einen gibt, funktioniert gar nichts.
Ich weiß, wie alle anderen reagieren werden und gerade deswegen steht das böse Ende näher als zuvor. Aber dann ist das halt so. Lieber das, als dass ich als kleine Figur in einem großen Spiel ende, das ich nicht gewinnen kann.