Wirklich, so eine selten behinderte Scheiße habe ich noch nie erlebt. Und ich habe eigentlich geglaubt, dass ich sie auch nie in meinem Leben erleben müsste. Niemand auf diesem Planeten kann sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn einen zwei der wichtigsten Menschen hintergehen. Auch noch gemeinsam.
Ich bin ein starker Mensch und ich habe andere Beschäftigungen. Es fällt mir nicht schwer, hin und wieder über meine Situation zu lachen oder überhaupt zu lachen. Es gibt viele Momente, in denen ich mir denke ‘Das ist es nicht wert’. Doch es gibt immer wieder diese kleinen Augenblicke, die mich ins Schleudern bringen. Und momentan kommen diese Augenblicke meistens recht ungelegen. Nämlich mitten auf der Straße oder wenn ich gerade an der Wursttheke stehe. Ich stehe so da und plötzlich taucht dein Gesicht vor meinem inneren Auge auf. Und ich denke an die Zeit, in der wir nachts lachend durch den Bahnhof gelaufen sind. Oder als du mich an beiden Beinen festhaltend auf dem Rücken durch deine Wohnung geschliffen hast. Oder als dein Meerschweinchen auf meinem Rücken saß und du gesagt hast „Es mag dich“. Weißt du noch, als wir oben auf der Burg waren und der Führung zuhören wollten, aber wir beide noch alkoholisiert vom Vortag waren? Oder als wir auf der Bank auf der Wiese saßen und so gelacht haben wie schon lange nicht mehr?
Manchmal denke ich genau daran, und dann ist es schwer sich zu beherrschen und nicht zu weinen. Ich habe es bisher noch nie geschafft. Auf der einen Seite fehlst du sehr und ich will nicht auf dich verzichten. Aber auf der anderen Seite nimmst du keinerlei Rücksicht auf mich und hast die einzige von mir aufgestellte Regel gebrochen. Du hast mich so sehr verletzt und enttäuscht, dass ich dich nur schwer noch als meinen Freund bezeichnen kann. Eigentlich bin ich sehr gutmütig und verzeihe schnell. Aber ich weiß nicht, ob ich das so schnell verzeihen kann. Ich weiß, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die man nicht beeinflussen kann und gegen die man sich kaum wehren kann. Ich weiß auch, dass das eigentlich nichts mit unserer Freundschaft zu tun haben dürfte. Ich weiß es einfach nicht. Ich weiß nur, dass es weh tut und dass ich mich damit so wenig wie möglich beschäftigen möchte. Zumindest momentan. Was ist, wenn ich nicht mehr so darunter leide, kann ich nicht sagen. Man wird sehen.




