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Von einer, die nicht nein sagen kann.

September 17, 2008

Ich war gestern in Leipzig und hatte tagsüber sehr viel Zeit zum Verbringen. Also lief ich durch die Stadt, war in so ziemlich allen Läden und kenne alle Tiere auswendig die gerade im Hauptbahnhof ausgestelllt werden (Exotische Wochen sind da gerade).

Und weil ich da also ständig hin- und hergelaufen bin, bin ich ständig angesprochen worden. Von Menschen, die mir etwas unterjubeln wollten. Das Problem bei der Sache: Ich kann ja so schlecht Nein sagen. Und dann erklären die das immer so superduper, dass man gar keinen Grund mehr hat Nein zu sagen. Mir ist schon klar, dass einfaches Weitergehen am besten hilft. Aber wenn man das nicht gleich tut, ist man gefangen. Quasi.

Ich stand da also und mir wurde erzählt, dass Leute gesucht werden, die kostenlos eine Zeitschrift abonnieren. Ganz allein zu dem Zweck, um jugendliche Zeitungsverteiler bei ihrem Job zu überprüfen. War an sich nichts Schlimmes dran an der Sache. Ich musste nichts machen, nur Zeitschriften bekommen. Für kein Geld. Und nach zwei Monaten könnte ich dann entscheiden, ob ich die Zeitschriften weiterhin bekommen wollte. Die wären auch billiger als sonst, weil sie aus der Überschuss-Produktion kommen.

Nun gut. Ich habe Krams unterschrieben und gehe weiter. Währenddessen schaue ich mir mal den Zettel an, den ich unterschrieben habe, auf dem nichts von dem steht, was der junge Herr mir erzählt hat. Nur, dass ich zwei Monate für umsonst und 12 Monate für Geld eine Zeitschrift bekomme. Das verwirrte mich. Wo blieben die armen Hartz-4-Jugendlichen, von denen er erzählt hatte?

Dann stand er wieder neben mir (obwohl ich schon weitergegangen war) und erklärte mir freundlich noch mal alles. Die Frage, warum das, was ich eigentlich bekommen sollte, gar nicht auf dem Zettel stand, beantwortete er mit Deswegen habe ich es dir ja erzählt. Äh achso. Aber er erklärte es plausibel. Und um mich herum, ließen sich weitere Menschen von seinen Kollegen dazu hinreißen, für zwei Monate umsonst eine Zeitschrift in den Briefkasten zu bekommen. Ich bin unentschlossen, was ich jetzt davon halten soll. Sein Serviceteam ruft mich demnächst an und erklärt mir alles noch mal.

Aber ich glaube, bis dahin habe ich meine Widerrufserklärung schon abgeschickt. Das nächste Mal sage ich einfach Nein. Ich habe es mir fest vorgenommen.

Und das Blödeste an der ganzen Sache: Während ich da so mit dem guten Vermittler stand, kam ein anderer junger Mann auf mich zu (der den Vermittler für meinen Freund hielt….) und wollte ein Radio-Interview machen. Ehrlich gesagt, das wollte ich viel lieber machen. Und der Radio-Herr hatte auch etwas leicht Attraktives an sich. Aber leider kann man ja nicht zwei Sachen gleichzeitig machen. Und als ich meinen Zwei-Monats-Zeitschrift-Vertrag endlich in den Händen hielt, war von dem hübschen jungen Mann keine Spur mehr. Noch ein Grund mehr, nächstes Mal Nein zu sagen.

4 Kommentare

  1. »Schülerbotendienst«, was?

    Pass da mal lieber auf, die klingeln auch mal zu Hause, und wollen dir dann noch ein anderes Abo aufschwatzen. Die bekommen Geld für jedes Probeabo… und diese versuchen die ausschließlich über die Mitleidstour (»Hartz-IV-Empfäner/innen-Kinder«) an den Mann oder die Frau zu bringen… Und natürlich ist das alles erstunken und erlogen.
    [Quelle: Hörensagen!]


  2. Eben gerade rief einer vom Serviceteam an, den ich gleich im ersten Satz unterbrach und ihm mitteilte, dass mein Widerruf schon abgeschickt ist. Damit hat sich das erledigt, hoffe ich doch.
    Und was das Klingeln angeht.. ich wohne ja bald nicht mehr hier :D


  3. [...] hatte ja mal erzählt,  wie ich auf der Straße angesprochen wurde und mir ein superduperkostenloses Stern-Abo [...]


  4. so ein werbetyp hat vor etwa einer stunde hier bei uns geklingelt. angeblich weil ein paar schüler sich etwas taschengeld dazu verdienen wollen… blabla… jedenfalls hab ich dann gesagt, das ich keine zeitung brauche und dann kam als antwort: „tja, manche vergessen einfach, dass sie auch mal schüler waren.“
    mit so dummen sprüchen werden die sowieso nichts los. naja, wenigstens hat er mit dem spruch für einen guten lacher bei mir gesorgt! :-D



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